Dieter Adler ist Diplom-Psychologe, Psychoanalytiker, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Autor, Filmemacher und Verleger. Seit 1992 arbeitet er in eigener psychotherapeutischer Praxis in Bonn und ist als Lehrtherapeut, Dozent und Supervisor tätig. Sein beruflicher Werdegang verbindet Psychoanalyse, Journalismus, Film, Informatik, ethnopsychoanalytische Forschung und gesellschaftspolitisches Engagement. Adler ist testpsychologisch nachgewiesen höchstbegabt (IQ 150) und mehrfachbegabt. Er ist Mitglied von Mensa, DPV und IPA. Was seine Tätigkeiten verbindet, ist das Interesse an der Frage, wie Menschen und gesellschaftliche Systeme funktionieren und weshalb zwischen Überzeugungen, Bedürfnissen und tatsächlichem Handeln oft Widersprüche bestehen.
Frühe Interessen und Informatik
Schon als Jugendlicher interessierte sich Adler für die Psychoanalyse. John Hustons Film „Freud“, den er mit etwa zwölf oder dreizehn Jahren sah, weckte sein nachhaltiges Interesse an unbewussten Motiven menschlichen Handelns. Parallel begann seine Beschäftigung mit Computern. Mit vierzehn Jahren programmierte er am Schulcomputer. 1974, mit sechzehn Jahren, arbeitete er am Institut für Nuklearmedizin der Universität Bonn an einem frühen Projekt zur computergestützten Radioszintigrafie mit. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er unterschiedliche Softwareanwendungen. Seit der ersten FileMaker-Generation beschäftigt er sich mit eigenen Datenbanklösungen. Heute entwickelt er auch Anwendungen unter Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Beschäftigung mit Informatik und Programmierung umfasst damit mehr als fünf Jahrzehnte.
Journalismus, Studium und Film
Seine journalistische Tätigkeit begann Adler als Lokalreporter beim Bonner General-Anzeiger. Seinen Zivildienst absolvierte er im Rettungsdienst; auch während seiner Studienzeit arbeitete er dort mehrere Jahre. Er studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften, anschließend Sozialwesen und schließlich Psychologie. Sozialwesen und Psychologie schloss er jeweils mit dem Diplom ab. Nach dem Studium des Sozialwesens arbeitete er ein Jahr und drei Monate als Sozialarbeiter. Beim Westdeutschen Rundfunk war er Hörfunkautor und Reporter, insbesondere zu Verbraucherrecht und Wirtschaft. Nach einer Tätigkeit als Regieassistent bei Hörspielproduktionen arbeitete er als Fernsehreporter und wirkte unter anderem an Produktionen der „Hobbythek“ mit Jean Pütz mit. Mit Take One Filmproduktion gründete er eine eigene Produktionsfirma und arbeitete als Autor, Regisseur, Kameramann und Produzent. Er realisierte zahlreiche Dokumentarfilme und einen Spielfilm. Zu seinen Arbeiten gehören „Bock auf Hitler – warum Jugendliche rechts denken“, „Neonazis auf der Schulbank“, „Eine Klasse wehrt sich“, „Gefahr von rechts“, „Mit 70 in die Wohngemeinschaft?“, „Wer darf die kranke Seele heilen?“, „Der lange Weg zur Couch“ und „Der Blick in die Tiefe – Wie heilt die Psychoanalyse?“. Weitere Arbeiten beschäftigten sich mit Paul Parin und Otto F. Kernberg.
Psychotherapie und Psychoanalyse
Bereits während seines Psychologiestudiums begann Adler verschiedene psychotherapeutische Ausbildungen. Er qualifizierte sich unter anderem in Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Gruppenanalyse, systemischer Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Katathymem Bilderleben und intensiver psychodynamischer Kurzzeittherapie nach Davanloo. Er beschäftigte sich außerdem mit existenzieller Psychotherapie und arbeitete im Rahmen seiner Weiterbildung mit Irvin Yalom. Seit 1992 führt er eine eigene Praxis in Bonn. Er ist approbierter Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) und der International Psychoanalytical Association (IPA). Neben der Behandlung von Erwachsenen, Kindern, Jugendlichen und Gruppen arbeitet er als Lehrtherapeut, Dozent und Supervisor.
Ethnopsychoanalytische Forschung in Ladakh und Malana
In Ladakh im indischen Himalaya untersuchte Adler traditionelle Lebensformen, die zum Zeitpunkt seiner Forschung weitgehend ohne Strom, fließendes Wasser im Haus, Telefon und Internet auskamen. Im Mittelpunkt standen das Zusammenleben, die gegenseitige Unterstützung und der Zusammenhalt der Gemeinschaft.
Aus seinen Beobachtungen entwickelte sich die Beschäftigung mit dem Gruppenbewusstsein: dem Erleben, bei dem die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft das Selbstverständnis und Handeln des Einzelnen wesentlich prägt. Daraus entstand unter anderem der Film Kultureller Wandel in Ladakh – eine ethnopsychoanalytische Betrachtung.
Später beschäftigte sich Adler mit Malana im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Das Dorf ist für seine traditionelle Selbstverwaltung bekannt und wird häufig als eine der ältesten fortbestehenden Demokratien bezeichnet. Ihn interessierten das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft, überlieferte Regeln und kollektive Entscheidungsfindung.
Technik, Erfindungen und praktische Projekte
Adler beschäftigt sich neben Softwareentwicklung mit technischen Erfindungen und praktischen Problemlösungen. Er ist Mitglied der IG Eifel, eines Erfinderclubs, sowie von Mensa. Sein Interesse an eigenständiger Planung und Umsetzung zeigt sich auch an seinem Wohn- und Praxisgebäude. Er entwarf es mithilfe einer 3D-Architektursoftware weitgehend selbst und übernahm erhebliche Teile der Bauarbeiten, darunter Arbeiten an Fundament, Holzkonstruktionen, technischen Installationen, Innenausbau und Gartengestaltung. Andere Arbeiten wurden von Fachunternehmen ausgeführt.
Gesundheitspolitik und Datenschutz
Seit 2016 engagiert sich Adler verstärkt in der Gesundheitspolitik und im Datenschutz. 2019 gründete er das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW), dessen Vorsitzender er ist. Der Verband setzt sich für die Interessen der Psychotherapeuten und eine bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung ein. Adler beschäftigt sich insbesondere mit dem Direktzugang zur Psychotherapie, der Finanzierung psychotherapeutischer Leistungen, der beruflichen Selbstverwaltung und dem Schutz vertraulicher Gesundheitsdaten.
Bücher und Unbehagen Verlag
Adler ist Autor psychotherapeutischer Fachbücher sowie psychologischer und gesellschaftskritischer Sachbücher. Zu seinen Veröffentlichungen gehören „Was wir wirklich brauchen – Erfahrungen eines Psychoanalytikers“, „Der Antrag auf psychodynamische Psychotherapie“, „Wie gründe und organisiere ich eine psychotherapeutische Praxis?“, „The Missing Manual“, „Gesundheitsdaten online“, „Telematik: anschließen lassen ja oder nein“, „Wertewandel – Warum wir ihn jetzt brauchen“ und „Evolutionäre Psychoanalyse“. Seine theoretischen Interessen reichen von der Psychoanalyse über Evolutionspsychologie und Philosophie bis zur Gesellschaftstheorie. Zu seinen prägenden Denkern gehören Arno Gruen, Peter Bieri, Jean-Paul Sartre und Friedrich Nietzsche. 2026 gründete er den Unbehagen Verlag als publizistischen Ort für psychologische, philosophische und gesellschaftliche Fragen. Sein Anliegen ist es, gewohnte Vorstellungen zu prüfen, Widersprüche zu erkennen und eigenständiges Denken anzuregen.
Haltung und verbindendes Interesse
Die unterschiedlichen Tätigkeiten verbindet das Interesse, menschliches Verhalten und gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, Widersprüche zu erkennen und gewohnte Vorstellungen kritisch zu prüfen. Eine persönliche Maxime Adlers lautet: „Die Wahrheit, auch wenn sie unbequem ist. An ihr kommt keiner vorbei.“